BRAIN SPOTTING

Emotional belastende Lebensereignisse bzw. traumatische Situationen lassen unseren Körper in der Art reagieren, dass er mit einem Flucht- oder Kampfreflex reagiert, der durch eine starke Aktivierung des sympathischen Nervensystems ausgelöst wird. Ist jedoch in einer emotional sehr belastenden Situation weder Kampf noch Flucht möglich, reagiert der Körper mit dem sogenannten „Totstellreflex“,  einem Zustand von Läh-mung und Erstarrung, der mit einer extremen Blockierung des sympathischen Nerven-systems verbunden ist. Der Kern dieser Reflexsteuerung ist unserem Bewusst-sein nicht zugänglich (und daher auch nicht „in Worte“ zu fassen), weil er sich tief im Hirnstamm befindet und somit außerhalb unserer bewussten Kontrolle liegt.

 

Solche emotional sehr belastenden Ereignisse (wie psychische oder physische Ver-letzungen, Krankheiten, medizinische Eingriffe, chronische Schmerzen, Kriegs­ge-schehen, Umweltkatastrophen, Diagnosen u.v.m.), kann der Körper nicht auf die übliche Art verarbeiten und im Gehirn abspeichern; die Verarbeitung solch überwäl-tigender Ereignisse auf der „Reflexebene“ bleibt in den tiefen Hirnstrukturen „stecken“.

 

Die erlebte Bedrohung wird sozusagen „eingefroren“ und ist für das Bewusste schwer bzw. gar nicht zugängig (somit auch nicht durch Gespräche)!

 

Eine Traumatisierung ist somit eine biologisch unvollendete Reaktion, etwas Erlebtes zeitörtlich und emotional gut im Gehirn einzuordnen und abzuspeichern; oft kann es sich nur mehr in Form von körperlichen Beschwerden bzw. Krankheit ausdrücken.

 

Genau hier setzt Brainspotting an! Während sich die Person an das emotional belasten-de Ereignis erinnert und die belastenden Gefühle im Hier und Jetzt sehr achtsam wieder erlebt, folgen deren Augen einer langsamen Handbewegung des Therapeuten, bis eine unwillkürliche Reaktion (z.B. starkes Blinzeln der Augen) auftritt. Nun nimmt der Pa-tient diese Augenposition ein, während sie sich weiterhin emotional mit der stress-beladenen Situation verbindet. Zusätzlich wird eine Musik mittels Kopfhörern gehört, die eine bilterale Hemisphärenstimulanz erzeugt (indem permanent die linke und rechte Gehirnhälfte mit einem akustischen Impuls zur Stressauflösung aktiviert wird), die einen tiefgreifenden Selbstheilungs­prozess in Gange bringt und mit einer Desensibili-sierung der konditionierten physiologischen Reaktionen einher geht (die Aktivierung eines emotional geladenen Themas liegt typischerweise in der Amygdala, dem Hippo-campus oder dem orbitofrontalen Cortex des limbischen Systems). Somit heilen sich Körper und Seele praktisch „von selbst“.

 

Brainspotting wird nicht nur zur Behandlung von traumatischen bzw. stress­be­zogenen Situationen eingesetzt, sondern dient auch optimal zur Stärkung des Selbstwertes bzw. zur Ressourcenarbeit jedweder Art!

 

 

Dr. Karin Neumann

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