AUDIOFOKUS

Audiofokus ist ein völlig neuer Ansatz innerhalb der Traumatherapieverfahren, die der Begründer, Dipl.Psych. Axel Mecke (Deutschland), als "fokale Thera-

pieform" bezeichnet. Bei diesem Ansatz zur Traumaverarbeitung wird mit

auditiven, räumlichen Fokuspunkten gearbeitet. Zusätzlich kann man auch

die visuellen Foki von Brainspotting bzw. Traumafokus (in Form bestimmter Blickrichtungen, um ein Trauma noch mehr zu aktivieren - bzw. eine Ressourceblickrichtung zu finden), verwenden. Beim Audiofokus wird das gesamte Repertoire des bisherigen visuellen Arbeitens auf den auditiven Kanal verlegt. Während sich der Patient in sein Trauma emotional einstimmt, wird mit einem beweglichen Lautsprecher, der im Raum 360 Grad um den Patienten herum an der für ihn am stärksten aktivierenden Stelle platziert wird, bear-beitet. Zusätzlich begleitet die Psychotherapeutin einfühlsam den Patienten bei seinem Regulations- und Verarbeitungsprozess.

 

Für die Arbeit mit Audiofokus gibt es diverse unterschiedliche Tonspuren, wie zum einen Naturgeräusche (wie Wellen, Bäche, Wind, Regen, Vögel, Gewitter, etc.) und zum anderen "künstliche" Geräusche (wie Klangschalen, Klang-säulen, klingende Steine, Gongs, etc.).Diese Tonspuren weisen eine gewisse Gleichförmigkeit, einige davon sogar eine Monotonie, auf, um nicht den Prozess durch Musikabfolgen oder Harmoniewechsel zu unterbrechen und  zu stören. Diese Tonspuren sind sehr lange, denn eine solche auditive Trauma-verarbeitung kann schon maximal etwa 70 bis 90 Minuten dauern. 

 

Die Patienten suchen sich für Ihre Thematik und ihre Emotion den "passen-den" Klang aus. Dies gelingt immer mühelos, und unterstützt sehr bei der

folgenden Verarbeitung von belastenden Erfahrungen. Ist ein Trauma zu be-

lastend, kann der Patient eine Tonspur wählen, die ihm als Ressource dient. Andererseits ist es möglich, mit einer bestimmten Tonspur das Trauma noch mehr zu aktivieren, um es noch intensiver und zielgerichteter verarbeiten zu können. Solche Klänge sind sog. "Triggerklänge". Für manche traumatischen Erfahrungen werden spezielle Tonspuren für die Sitzung erstellt, die aus dem Traumageschehen selbst stammen könnte. So gibt es z.B. Klangspuren aus der Intensivstation eines Krankenhauses (Pulsmesser, Beatmungsgerät und andere Monitore), etc.! Dies ist sehr wirkungsvoll, vor allem wenn der Patient das Trauma z.B. als Frühchen in einer Intensivstation erlebt hat - und das ganze Belastende natürlich nur vorsprachlich gespeichert hat. Durch die Arbeit mit den Triggerklängen können all diese belastenden Erlebnisse aktiviert, und in der Therapiesitzung verarbeitet, und integriert werden. Somit werden Traumata vom Kurz- ins Langzeitgedächtnis übernommen, damit sie uns im täglichen Leben nicht mehr belasten. Wir können nicht Vergangenheit ausradieren, sehr wohl aber die emotionale Ladung darauf verändern, sodass wir über traumatische Erfahrungen berichten können, ohne dass unser Herz wild zu klopfen beginnt, die Hände zu schwitzen, u.v.m.! 

 

Mit Audiofokus können die Patienten somit noch viel differenzierter Setups

gestalten, die deutlich genauer auf ihre jeweiligen Besonderheiten in

der Regulation und auch in der Traumaspeicherung eingehen, denn

wesentliche Elemente einer solch schweren emotionalen Belastung sind

nicht nur visuell, sondern auch auditiv gespeichert. Mit Audiofokus kann diese Ebene der Bearbeitung direkt zugänglich gemacht werden - auch wenn man sich an die Ereignisse nicht mehr bewusst erinnern kann!

Dr. Karin Neumann

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