SCREEN TECHNIK (Bildschirmtechnik)

Die Screen Technik bzw. Bildschirmtechnik ist eine psychotherapeutische Möglichkeit zur Traumabearbeitung aber genauso zur Stärkung von Ressourcen. Bevor ein Patient damit beginnen kann, muss er jedoch ein ausreichendes Maß an persönlicher Stabilität erreicht haben.

 

Die Arbeit mit der Bildschirmtechnik erfordert eine gezielte qualifizierte Vorbereitung. Dazu werden innere Ressourcen wie Kraft, Sicherheit und innere Weisheit verfügbar gemacht und gestärkt. Geeignete Methoden dazu sind z.B. in Hypnose die Auffindung eines "sicheren bzw. Wohlfühlortes", um sich in der inneren Vorstellung jederzeit dort hinbegeben zu können, um Pausen während der Traumabehandlung einzulegen bzw. sich zu stärken. Eine andere Möglichkeit ist es, einen "inneren Helfer" zu installieren, also eine  imaginäre Person, von der man Unterstützung, Kraft und weise Hinweise bekommen kann sowie diverse weitere Distanzierungstechniken, wie die "Tresor-Technik", bei der noch zu starke bzw. überflutende Gefühle in einen vorgestellten Tresor für einen gewissen Zeitraum sicher weggesperrt werden können. Der Patient muss diese stärkenden und kontrollierenden Techniken auch zwischen den Sitzungen zu Hause gut üben und beherrschen, denn die in der Bildschirmtechnik auftauchenden Gefühle können auch über die Therapiestunde hinaus wirken.

 

Bei der Screen Technik sitzen Therapeut und Patient nebeneinander vor einer Leinwand, auf der das traumatische (bzw. auch ressourcenvolle) Geschehen distanziert und portionsweise "in der Vorstellung" betrachtet wird, also in der Form, als ob man einen Film gemeinsam ansehen würde. Mit einer imaginären Fernbedienung kann der Patient auf seine unangenehmen Gefühle Einfluss nehmen, so kann er z.B. während des visualisierten Films auf die Dauer des Betrachtens die Nähe, Größe, Deutlichkeit, Lautstärke des Sicht- und Hörbaren einwirken und er kann damit die Konfrontation mit den belastenden Situationen auch jederzeit beenden bzw. eine Pause einlegen, um danach mit dem "Film" und der Bearbeitung der belastenden Gefühle wieder fortzufahren.

 

Mit dieser Methode kann ein Trauma somit Schritt für Schritt bearbeitet werden. Die überwältigenden Gefühle von Ohnmacht, Todesangst, Panik, Ekel, Scham, etc. werden dabei zunehmend zu unterscheiden gelernt von Gefühlen, die der Verarbeitung dienen, wie Empörung, Wut, Trauer u.v.m.

 

Die Screen Technik eignet sich besonders für Menschen, die sich Abläufe gut bildhaft vorstellen können. Sie ist im Vergleich zu anderen Traumamethoden eine eher sanfte Form der Traumakonfrontation, die dem Patienten ein hohes Maß an Kontrolle über den Bearbeitungsprozess ermöglicht.

 

Es können auch sämtliche Stressmuster durch diese sanfte Methode reduziert bzw. ganz aufgelöst werden, auch Affektdurchbrüche, negative Überzeu-gungen, Vermeidungs- und Wiederholungsverhalten traumatischer Aspekte gehören somit der Vergangenheit an. Dadurch rückt Stabilität und Sicherheit in den Vordergrund.

 

Man kann mit der Bildschirmtechnik jedoch auch wunderbar eine intensive Ressourceninstallation erreichen, z.B. zur Verbesserung der Selbstwahr-nehmung, des Selbstbildes und des Selbstwertes.

Dr. Karin Neumann

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